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Historische Wertpapiere
 

Kapitel 2

HISTORISCHE WERTPAPIERE


Wer sich für Wirtschaft, Politik und Geschichte interessiert, findet im Sammeln Historischer Wertpapiere ein faszinierendes Hobby.

Historische Wertpapiere sind börsenwertlose Aktien von Gesellschaften oder Staaten bzw. Körperschaften öffentlichen Rechts, die entweder zahlungsunfähig geworden sind oder nicht mehr existieren. Oft sind es auch Staatspapiere, bei denen die derzeitigen Machthaber den Zins- und Tilgungsdienst für Schulden der Vorgänger ablehnen. Außerdem können es zurückbezahlte, entwertete oder für kraftlos erklärte Papiere sein.

Compagnie Maritime des Installations de Bruges

 Vorzugsaktie der Compagnie Maritime des Installations de Bruges
vom 1. Mai 1904; 29,0 x 39,0 cm, braun/mehrfarbig unterlegt.
Vielleicht die schönste Aktie der Welt. Klassizistischer Schmuckrahmen
mit eingesetzten Stadtvignetten von Brüssel, Wappen und einer
lichtbringenden geflügelten weiblichen Figur mit Anker. Dieser steht
für den Gesellschaftszweck: Den Bau einer Hafenanlage im belgischen Brügge.


Heute sind für historische Wertpapiere eine Vielzahl von Synonymen und neuen Wortschöpfungen gefunden worden.

So zum Beispiel: Altaktien, antike Effekten, Nonvaleurs, Uraltpapiere, Altpapier-Aktien, Historic-Actien, Wandaktien, Nostalgie-Papiere, Oldtimer-Stücke, Oldies, Antique Stocks & Bonds, historische Effekten etc..

Als Ergebnis eines Zeitungswettbewerbs in London wurde für das Gesamtgebiet der Begriff "Scripophily" geprägt. Die Bezeichnung Scripophilisten hat sich allerdings nicht durchgesetzt.

Historische Wertpapiere haben in der Regel keinen Börsenwert mehr. Ihr Wert ergibt sich aus der Seltenheit, der grafischen Gestaltung und dem Zustand. Oft tragen die Aktien auch Unterschriften bekannter Industrieller und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Da sie nicht beliebig vermehrbar sind hat es erhebliche Preissteigerungen gegeben. Preise bis zu 25.000 €uro für einzelne Papiere sind keine Seltenheit mehr. Ein Höchstpreis von 46.000 €uro erzielte eine Anleihe der Chur-Brandenburgischen Landschaft von 1724 mit der Originalunterschrift von König Friedrich Willhelm I. von Preußen.

 

Historische Wertpapiere können sein:

 

  •  Aktien


Aktien werden grundsätzlich von Aktiengesellschaften ausgegeben, also Kapitalgesellschaften, deren Gesellschafter (Aktionäre) mit ihren Einlagen am Grundkapital beteiligt sind. Dieses Grundkapital ist in eine bestimmte Anzahl Aktien aufgeteilt. Eine Aktie besteht aus einem Mantel (das ist die eigentliche Aktien-Urkunde und einem Couponbogen. Diese Couponbögen bestehen aus vielen kleinen Abschnitten, die der Aktionär an die Gesellschaft schickt, um darauf seine Dividende zu erhalten. Im unteren Teil des Couponbogens ist noch ein Erneuerungsschein abgedruckt. Sind nämlich alle Coupons abgetrennt und im Laufe der Jahre an die Gesellschaft geschickt, fordert der Aktionär mit diesem Teil einen neuen Bogen an.

 
Es gibt folgende Arten von Aktien:
 

Inhaberaktie

Der Besitzer ist gleichzeitig der Inhaber des Papiers.
 

Stammaktie

Sie gewähren dem Aktionär das Recht auf Teilnahme an der Hauptversammlung, das Stimmrecht und den Anspruch auf Gewinnausschüttung
 

Namensaktien

Sind auf den Namen des aktuellen Besitzers ausgestellt.

 
Vinkulierte Namensaktien

Sie werden häufig von Versicherungen eingesetzt. Die Übertragung auf einen neuen Besitzer kann nur durch Zustimmung der Gesellschaft erfolgen. Dadurch schützt sie sich vor fremden Einflüssen oder Übernahmen.

 

  • Genussscheine


Sie verbriefen einen Anteil am Reingewinn, eventuell auch am Liquidationserlös eines Unternehmens

 

  • Interimsscheine


Auch Anrechtsschein, Zwischenschein, Anteilsschein. Urkunden, die nach der Gründung einer Aktiengesellschaft vor Ausstellung der endgültigen Aktien an deren Stelle ausgegeben werden. Sie müssen auf den Namen lauten und sind durch Indossament übertragbar. Vor Eintragung der Aktiengesellschaft in das Handelsregister bzw. vor Eintragung einer Kapitalerhöhung dürfen Anteilsscheine nicht ausgegeben werden.

 

  • Kuxe


Anteil der Gewerken am gesamten Vermögen einer bergwerklichen Gewerkschaft. Auch der Anteilsschein (Kuxschein) wird allgemein Kux genannt. Der Kux lautet auf einen Quotenanteil, nicht auf einen festen Nominalbetrag. Die Inhaber sind zu Nachzahlungen (Nachschusspflicht) in unbegrenzter Höhe verpflichtet. Davon befreien kann man sich durch das Abandon-Recht s.d.0

 

  • Obligationen (Anleihen)


Darunter versteht man festverzinsliche, langfristige Schuldverschreibungen in denen die Ansprüche der Gläubiger verbrieft sind, die sowohl von Staaten, Ländern und Kommunen ausgegeben werden als auch von privaten Unternehmen.

 

  • Optionsscheine


Bei den Historischen Wertpapieren sind Optionsscheine ein ganz separates Sammelgebiet. Optionsscheine (Warrants) verbriefen ein langfristiges Bezugsrecht (Option) auf Aktien eines Unternehmens zu einem vorher festgelegten Preis. Nach Ablauf der Frist ist der Optionsschein wertlos.

 

 

Kapitel 3

SAMMELGEBIETE

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